Eltern-Leitfaden
Alterslogik
Übersicht
Statt starre Verbote
Medienbegleitung ist alters- und entwicklungsabhängig. Du musst kein Tech-Profi sein – es geht um Begleitung und gemeinsame Erkundung.
0–3 Jahre: Möglichst wenig
Echte Welt entdecken
0–3 Jahre
Echte Welt entdecken
Das hilft
- Bildschirmzeit möglichst vermeiden
- Wenn, dann kurz und begleitet (z.B. Videochat mit Oma)
- Viel vorlesen, spielen, draussen sein
- Eltern als Vorbild: eigenes Handy weglegen
Das vermeiden
- Tablet als "Ruhigsteller"
- Hintergrund-TV beim Spielen
- Eigene Geräte für Kleinkinder
4–6 Jahre: Gemeinsam entdecken
4–6 Jahre
Begleitet erkunden
Das hilft
- Max. 30 Minuten pro Tag
- Immer dabei sein, gemeinsam schauen
- Altersgerechte Apps/Videos auswählen (z.B. YouTube Kids)
- Über Gesehenes sprechen
- Klare Regeln: wann, wie lange, was
Das vermeiden
- Alleine am Gerät lassen
- Freier Zugang zu YouTube/Internet
- Bildschirm vor dem Schlafen
7–10 Jahre: Schrittweise mehr
7–10 Jahre
Regeln & Begleitung
Das hilft
- Max. 1 Stunde pro Tag (flexibel am Wochenende)
- Erstes eigenes Gerät möglich (mit Einschränkungen)
- Bildschirmzeit & Kindersicherung aktivieren
- Gemeinsam Apps auswählen und installieren
- Regelmässig über Online-Erlebnisse sprechen
- Erste Gespräche über Privatsphäre und Fremde
Das vermeiden
- Uneingeschränkter Internetzugang
- Social Media (Mindestalter meist 13)
- Gerät im Kinderzimmer nachts
11–13 Jahre: Mehr Freiheit, klare Grenzen
11–13 Jahre
Vertrauen aufbauen
Das hilft
- Eigenes Smartphone möglich
- Gemeinsam Regeln aushandeln (Familien-Vereinbarung)
- Social Media ab 13 – mit Privatsphäre-Einstellungen
- Gespräche über Cybermobbing, Fake News, Privatsphäre
- Bildschirmzeit-Limits, aber mehr Eigenverantwortung
- Vertrauen zeigen, aber Interesse behalten
Das vermeiden
- Heimliche Überwachung (zerstört Vertrauen)
- Komplette Verbote (führen zu Heimlichkeit)
- Desinteresse ("Mach was du willst")
14+ Jahre: Begleiten statt kontrollieren
14+ Jahre
Eigenverantwortung
Das hilft
- Mehr Eigenverantwortung übertragen
- Weiterhin Interesse zeigen, Gespräche führen
- Bei Problemen da sein (ohne "Ich hab's ja gesagt")
- Gemeinsame medienfreie Zeiten beibehalten
- Vorbild sein beim eigenen Medienkonsum
Das vermeiden
- Kontrollwahn (Passwörter verlangen, Chats lesen)
- Komplettes Loslassen ohne Gesprächsbasis
- Vorwürfe bei Fehlern
Entwicklung statt Alter
Jedes Kind ist anders. Manche 10-Jährige sind reifer als manche 13-Jährige. Orientiere dich am Entwicklungsstand deines Kindes, nicht nur am Geburtsdatum.
Individuelle Beratung?
Jede Familie ist anders. Ich komme vorbei und wir finden gemeinsam heraus, was für euch passt – technisch und im Gespräch.
Termin vereinbarenDieser Leitfaden ersetzt keine Beratung durch Fachstellen. In Notfällen: 147 (Pro Juventute)