Eltern-Leitfaden
Sextortion & Übergriffe
Sprechen ohne Panik
Ein schwieriges Thema – aber eines, das Eltern kennen sollten. Hier geht es darum, wie du mit deinem Kind darüber sprechen kannst.
Akute Situation?
Wenn dein Kind gerade betroffen ist:
- 147 – Pro Juventute (24h, kostenlos, anonym)
- clickandstop.ch – Meldestelle für sexuelle Gewalt an Kindern
- Polizei – bei Erpressung oder Bedrohung
Was ist Sextortion?
Sextortion = Erpressung mit intimen Bildern oder Videos. Täter bringen Opfer dazu, Nacktbilder zu schicken – und drohen dann mit Veröffentlichung, wenn nicht gezahlt oder mehr Material geschickt wird.
Erwachsene bauen online Vertrauen zu Kindern auf, um sie zu sexuellen Handlungen zu bewegen.
Versenden von intimen Bildern – unter Jugendlichen verbreitet, aber riskant.
Veröffentlichung intimer Bilder ohne Einwilligung – oft nach Trennungen.
Mit Kindern darüber sprechen
Ohne Vorwürfe
"Wenn dir online etwas Unangenehmes passiert, kannst du immer zu mir kommen. Ich werde nicht schimpfen."
Klare Regeln
"Wir schicken keine Bilder von uns ohne Kleider – auch nicht an Freunde. Einmal verschickt, hast du keine Kontrolle mehr."
Fremde erkennen
"Nicht jeder online ist, wer er vorgibt zu sein. Profilbilder können gefälscht sein."
Grenzen setzen
"Wenn jemand dich zu etwas drängt, das sich falsch anfühlt – stopp. Du musst nichts tun, was du nicht willst."
Warnsignale erkennen
- Kind wird plötzlich verschlossen, ängstlich oder traurig
- Versteckt Handy/Bildschirm, wenn Eltern in der Nähe
- Schlafprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten
- Rückzug von Freunden und Familie
- Ungewöhnliche Geldanfragen
- Neue "Online-Freunde", über die nicht gesprochen wird
Wenn etwas passiert ist
Ruhe bewahren
Dein Kind braucht jetzt Unterstützung, keine Vorwürfe. Schuld liegt beim Täter, nicht beim Kind.
Beweise sichern
Screenshots von Nachrichten, Profilen, Drohungen. Nicht löschen!
Kontakt abbrechen
Nicht antworten, nicht zahlen, nicht mehr Material schicken. Blockieren.
Melden
Plattform melden (Meldefunktion nutzen). Bei Erpressung: Polizei.
Hilfe holen
Pro Juventute 147, Opferhilfe, Kinderschutzzentrum – professionelle Unterstützung.
Hilfsangebote Schweiz
Prävention ist der beste Schutz
Regelmässige, offene Gespräche über Online-Erfahrungen. Interesse zeigen, ohne zu kontrollieren. Vertrauen aufbauen, damit Kinder sich trauen, Probleme zu erzählen.
Dieser Leitfaden ersetzt keine Beratung durch Fachstellen. Bei akuter Gefahr: 147 (Pro Juventute) oder Polizei.